Was ist Feinstaub?


Feinstaub besteht aus Partikeln, die kleiner sind als zehn Mikrometer – etwa ein Zehntel des Durchmessers eines Haares. Diese Teilchen sinken nicht sofort zu Boden, sondern halten sich in der Atmosphäre und können über weite Strecken transportiert werden. Das Umweltbundesamt teilt Feinstaub, englisch Particulate Matter genannt, in drei Fraktionen ein: Partikel bis zehn Mikrometer (PM10), bis 2,5 Mikrometer (PM2,5) und ultrafeine Partikel bis 0,1 Mikrometer (PM0,1). Vor allem Verbrennungsmotoren blasen die winzigen Teilchen in die Luft. Im Straßenverkehr entsteht Feinstaub auch durch Bremsen-, Reifenabrieb und Aufwirbelungen. Zu Emittenten zählen zudem Kraft- und Fernheizwerke oder Öfen und Heizungen in Wohnhäusern. Auch durch Industrie und Landwirtschaft gelangt der Staub in die Luft.

Je feiner er ist, desto schädlicher ist der Staub. Wenn die Partikel nicht in der Nase oder den oberen Atemwegen aus der Luft gefiltert werden, gelangen sie tiefer in den Körper. PM2,5 können bis in die Lunge vordringen, ultrafeine PM0,1 gar bis in den Blutkreislauf. Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislaufsystems können folgen.

Was wird in Heilbronn gemessen?

Die Landesanstalt für Umwelt, Messung und Naturschutz (LUBW) misst seit den 1970ern im ganzen Land, wie viel Feinstaub sich in der Luft befindet. Auch in Heilbronn stehen zwei Stationen: Eine in der viel befahrenen Weinsberger Straße, die vor allem die Belastung durch den Verkehr misst, und eine in der Hans-Rießer-Straße im Norden der Stadt, wo die Werte die allgemeine städtische Belastung darstellen sollen. In der Weinsberger Straße war die Feinstaubbelastung im vergangenen Jahr an neun Tagen zwar höher als erlaubt – Heilbronn bewegt sich damit aber noch im grünen Bereich, denn das Tagesmittel von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3) Luft darf europaweit übers Jahr verteilt an 35 Tagen überschritten werden. Die Werte der Station in der Hans-Rießer-Straße bewegen sich seit Jahren im erlaubten Bereich. Hier gab es 2016 nur drei Überschreitungstage.

Wie misst die Stimme Feinstaub?

Mit kleinen Geräten, die sich jeder selbst bauen kann. Die Komponenten kann man im Baumarkt und im Internet für rund 60 Euro kaufen. Im Wesentlichen bestehen die Geräte aus Sensor und Minicomputer, die die Werte aus der Luft auslesen. Damit das funktioniert, müssen die Geräte mit Strom versorgt werden und via WLAN mit dem Internet verbunden sein. Die Feinstaubwerte werden an die Server von luftdaten.info geschickt - dort werden Werte von Messgeräten aus der ganzen Welt gesammelt. Wir greifen die Heilbronner Daten ab und stellen sie detailliert auf dieser Karte dar. Zudem analysieren wir die Werte wöchentlich auf stimme.de.

Wie verlässlich messen die Geräte?

Die Sensoren sind viel einfacher als die teuren LUBW-Stationen. Eine Studie der Landesanstalt hat aber ergeben, dass die Do-It-Yourself-Geräte zufriedenstellende Werte liefern. Probleme haben sie bei besonders kalter und feuchter Umgebungsluft. Daher beziehen wir bei der Analyse das Wetter und die Höhe ein, in der die Geräte aufgehängt werden und beschreiben Tendenzen.